Dysgnathien


Bei Dysgnathie-Patienten liegen Störungen im skelettalen Bereich vor, die eine korrekte kieferortho-pädische Einstellung der Verzahnung erschweren oder sogar verhindern. Bei leichten Formen der Dysgnathie läßt sich diese durch eine entsprechende kompensatorische Stellung der Zähne ausgleichen (dentale Kompensation). Bei schweren Dysgnathien ist dies nicht mehr möglich, hier liegt dann eine Indikation zur Dysgnathie-OP vor.

Dentale Kompensation

Die Möglichkeiten der sogenannten dentalen Kompensation sind begrenzt. Zwar lassen sich skelettale Fehlstellungen bis zu einem gewissen Grad dental ausgleichen, dabei besteht aber immer die Gefahr, dass die Zähne ihr skelettales Fundament verlassen, was beispielsweise dentale Fenstrierungen und gingivale Rezessionen zur Folge haben kann (siehe Abb.1).

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Abb. 1: Ausgeprägte dentale Fenestrierungen im Frontzahnbereich des Ober- und Unterkiefers und im Seitenzahnbereich des Unterkiefers nach übermäßiger Protrusion und Expansion der Zahnbögen im Rahmen einer dentalen Kompensationsbehandlung.

Transversal schmale Maxilla

Die transversal schmale Maxilla ist eine sehr häufig anzutreffende Dysgnathieform, die in der Regel im Kindes- oder Jugendalter kieferorthopädisch und ohne Operation durch eine sogenannte forcierte Gaumennahterweiterung (GNE) therapiert werden kann (siehe Abb.2).

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Abb. 2: Bei der forcierten Gaumennahterweiterung (GNE) wird die mediane Gaumennaht mit Hilfe einer festsitzenden Apparatur geöffnet und die beiden Hälften der Maxilla im Sinne einer Distrak-tionsosteogenese in transversaler Richtung auseinanderbewegt.

Dysgnathien in sagittaler Richtung

Ausgeprägte Dysgnathien in sagittaler Richtung sind die Domäne eines interdisziplinäler kieferortho-pädisch-mkg-chirurgischen Therapieansatzes. Der Operation geht dabei in der Regel eine kieferor-thopädische Vorbehandlung voraus.

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Abb. 3: Beispiel einer skelettalen Klasse III im Fernröntgenseitenbild (FRS) vor und nach einer unignathen Umstellungsosteotomie.
© Christof Holberg